MENSCHEN FÜR MENSCHEN - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe
Die Frauen sind von der Armut des Landes am stärksten betroffen. Vor allem alleinstehende, verwitwete und geschiedene Frauen können sich und ihren Kindern aufgrund der gesetzlichen Lage und der gesellschaftlichen Konventionen nur schwer eine sichere Lebensgrundlage schaffen.
Menschen für Menschen gibt durch hauswirtschaftliche und handwerkliche Kurse und die Vergabe von Kleinkrediten den Frauen die Möglichkeit, sich eine eigene Existenz zu schaffen und so ihre Stellung in der Gesellschaft zu verbessern.
Mit Vehemenz kämpft Menschen für Menschen gegen die schädlichen Traditionen der Frühverheiratung und der weiblichen Genitalverstümmelung. Gemeinsam mit christlichen und moslemischen Würdenträgern und ehemaligen Beschneiderinnen rief Karlheinz Böhm die "Safia-Kampagne" - eine groß angelegte Aufklärungskampagne - ins Leben, die zukünftig die Mädchen Äthiopiens vor diesem grausamen Ritual bewahren soll. In zahlreichen Dörfern ist dieses Ziel bereits realisiert.
Menschen für Menschen: Aktiv gegen schädliche Traditionen
- Gesundheitspersonal und Sozialarbeiter als Multiplikatoren schulen
- Veranstaltungen und Kampagnen organisieren
- Aufklärungsmaterialien herstellen und verteilen
- Aufklärungsprogramme von Theater-, Musikgruppen und Schul-Clubs unterstützen
- Den Kampf gegen schädliche Traditionen zu einem Schwerpunkt in allen Projektbereichen machen

Mehr Informationen auf: www.menschenfuermenschen.org
 
CARE Österreich
Äthiopien - Aufklärungsprojekt gegen Frauenbeschneidung
Die Volksgruppe der Afar lebt noch immer als nomadisierende Viehzüchter. Bedingt durch ihre Lebensweise ist die medizinische Versorgung vor allem von Frauen und Kindern schwierig. CARE arbeitet daher schon seit 1995 mit den Afar, um durch Schulungen der traditionellen Hebammen und Ausbildung von GesundheitsarbeiterInnen diese Unterversorgung zu mindern. Die umfassende Informationskampagne von CARE gegen die traditionelle Praxis der Genitalbeschneidung hat bereits zu großen Erfolgen in Äthiopien geführt. Bei einer dreitägigen Versammlung der 76 höchsten religiösen Würdenträger der Afar wurde ein Zusammenhang von "Selot" (Genitalbeschneidung) und dem Koran ausgeschlossen und eine öffentliche Weisung gegen die brutale Beschneidung von Mädchen und Kindern ausgesprochen. Von diesen Erfolgen gestärkt, setzt CARE die Aufklärung und Schulung von Hebammen in diesem Bereich fort. Die Hebammen, die Zugang zu sehr vielen Dorfgemeinschaften haben, thematisieren weiterhin die enormen gesundheitlichen Risiken der Genitalverstümmelung und weisen auf den Beschluss der höchsten Würdenträger hin.

Mehr Informationen auf: www.care.at
 

Waris Dirie Foundation
„Weibliche Genitalverstümmelung hat nichts mit Kultur, Tradition oder Religion zu tun. Sie ist Folter und ein Verbrechen, das bekämpft werden muss.“
Waris Dirie, UN-Sonderbotschafterin
Weibliche Genitalverstümmelung geht uns alle an. Sie ist ein Verbrechen, das unter uns geschieht, hier in Europa. Für mein neues Buch „Schmerzenskinder“ habe ich das Thema zusammen mit drei Journalistinnen europaweit recherchiert. Das erschreckende Ergebnis: Bis zu 500.000 Frauen sind in der EU davon betroffen oder bedroht. Mit meiner europaweiten Kampagne möchte ich auf dieses Verbrechen aufmerksam machen. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, es endgültig aus Europa zu verbannen und diesen Kontinent zu einem Ort zu machen, von dem ausgehend wir weibliche Genitalverstümmelung weltweit effektiv bekämpfen können.
Mehr Informationen auf: www.waris-dirie-foundation.com

 
ÖEZA - Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Äthiopien
Im Bereich der Gender-Arbeit richtet sich die Aufmerksamkeit der ÖEZA vor allem darauf, die Problematik der FGM in die laufende Projektarbeit zu integrieren bzw. Akzente zu setzen, die bereits bestehende Initiativen unterstützen. Dazu gehört die seit Jahren andauernde Unterstützung des Revisionsprozesses des äthiopischen Familienrechts, das zusammen mit der neuen Verfassung des Jahres 1995 die rechtliche Basis zur Bekämpfung schädlicher Praktiken darstellt. Die ÖEZA unterstützt im Rahmen des Gender-Programms auch NROs, die sich des Themas der Gewalt gegen Frauen besonders annehmen, wie der "Vereinigung äthiopischer Rechtsanwältinnen" (Ethiopian Women Lawyers' Association, EWLA). Da der Schwerpunkt in der Gesundheitsarbeit in Äthiopien in der Region Somali liegt, bietet sich dieser Bereich besonders zu Verknüpfungen mit dem Thema FGM an. Im November 2001 wurde in der Regionalhauptstadt Jijiga ein einwöchiges Training zum Thema FGM für Projektmitarbeiter der ÖEZA durchgeführt, um sie durch Film- und Theaterbeiträge sowie Diskussionen für die medizinischen Folgen der Beschneidungen zu sensibilisieren. Es ist geplant, derartige Trainings auf jährlicher Basis auch für Absolventen der Krankenpflegerschule (Junio Nursing Colletge) von Jijiga anzubieten. Das erste derartige Training wurde im November 2002 durchgeführt.
Aus dem Länderbericht 2003 der ÖFSE (Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungszusammenarbeit) - der vollständige Bericht hier.
 

EKANDO KUMER - (heißt: Hoffnung auf eine bessere Zukunft)
e.gemeinn. Verein für Schülerpatenschaften Sénégal / Sudan und "stoppt FGM" im Sudan
Informationskampagne im Sudan:
"Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Aufklärung vor allem über die gesundheitlichen Folgen von fgm, damit Familien ihre Mädchen nicht mehr genital verstümmeln lassen. Vorort arbeitet Ekando Kumer mit einem multiprofessionellen sudanesischen Team bestehend aus Frauen und Männern aus den Berufsfeldern Medizin und Schule zusammen. Da Aufklärung und Bildung zwei wichtige Säulen für die Abschaffung von fgm sind - eine dritte Säule ist das gesetzliche Verbot mit Ahndung bei Nichteinhaltung - plant der Verein im Flüchtlingsdorf Altakamul, eine Stunde südöstlich von Khartum, ein Bildungszentrum zu bauen. Der neben der Moschee gelegene Baugrund wurde mit dem Geld einer großzügigen Spenderin und aus dem Erlös der Bausteinaktion bereits gekauft. Nun gilt es Geld zu sammeln für den Bau des Gebäudes und für die Einrichtung. Für jedes Mädchen, das in das Programm aufgenommen wird, sucht Ekando Kumer eine Patenschaft, damit es finanziell unterstützt werden kann. Mit den Eltern ist vereinbart, dass das Mädchen nicht genital verstümmelt wird. Derzeit sind über 400 Mädchen aus den ehemaligen Flüchtlingscamps Albaraka und Altakamul im Programm.
Weitere Informationen unter: www.ekando-kumer.at

 

FGM-Hilfe - Verein zur Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung
Bei der Gründung des Vereins wurden die folgenden Ziele formuliert:
- Öffentlichkeitsarbeit
- Werbung und Betreuung von Mitgliedern
- Spendenaktionen
- Finanzielle Hilfe für Opfer der weiblichen Genitalverstümmelung
In den nunmehr fünf Jahren seit der Vereinsgründung hat sich immer deutlicher gezeigt, dass der Verein den Großteil seiner finanziellen Hilfe auf ein überschaubares und besonders hilfsbedürftiges Projekt bündeln sollte. Diese Strategie erscheint effizient und für Mitglieder und Spender nachvollziehbar. Über den Kontakt zu einer (seit 22 Jahren bestehenden und daher sehr erfahrenen) Hilfsorganisation in London, Black Women’s Health and Family Support, bot sich ein in hohem Maße unterstützungswürdiges Projekt an: Shamis Dirir, die Leiterin von BWHFS, hatte bereits 1999 ein Hilfszentrum vor Ort, Barako in Burao, Somaliland gegründet. Innerhalb dieses Hilfszentrums übernahm FGM-HILFE das Projekt Nähmaschine.
Mehr Informationen auf: www.fgm-hilfe.at

   

LEEZA - Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit
"FGM is killing a woman" - so definierte, auf den Punkt gebracht, eine junge Irakerin die auch in ihrem Land weitverbreitete Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung.
Die Organisation LEEZA (vormals WADI Österreich) wurde 2003 in Wien gegründet und engagiert sich seitdem im Nordirak und in der Osttürkei im Bereich von Frauenrechten. Unter anderem werden Frauenhäuser, Frauenzentren, freie Medienprojekte, Assistenz für Gefangene, und frauengeleitete mobile Gesundheits- und Aufklärungsteams unterstützt. Diese Teams organisieren Frauenversammlungen in den entlegensten Dörfern und bieten psychosoziale, juristische und medizinische Hilfeleistungen. In einer ersten Umfrage über die Verbreitung von FGM in der nordirakischen Region Germian, die von irakischen ProjektpartnerInnen durchgeführt wurde, stellte sich heraus, dass mindestens 60 % der Frauen und Mädchen genital verstümmelt sind. Mit Hilfe privater Spenden, der Austrian Developement Agency (ADA), der Stadt Wien, dem Weltgebtstag der Frauen und der Caritas Schweiz werden nun mobile Teams im gesamten Gebiet des Nordiraks finanziert. Diese zeigen einen Aufklärungsfilm über die schädlichen Folgen von FGM, der zur Diskussion und zum Umdenken anregen soll, und bieten Hilfestellungen. Eine umfassende Studie zum Thema soll innerhalb der nächsten zwei Jahre erstellt und veröffentlicht werden.
Mehr Informationen auf: www.leeza
.at

   

SONNE-International
Weibliche Genitalverstümmelung darf kein Tabuthema sein. SONNE- International kämpft in Äthiopien erfolgreich dagegen an.Zu einer lebenswerten Zukunftsperspektive der Frau gehört auch ihr gesunder Körper. Die Realität sieht anders aus: Noch immer wird die Genitalverstümmelung seit alters her in islamisch geprägten, meist afrikanischen Kulturen praktiziert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 130 bis 150 Millionen Mädchen und Frauen betroffen.
Gegen diese gesundheitsgefährdende Tradition kämpft SONNE-International erfolgreich bei den Afar-Wüstennomaden, in NO-Äthiopien an. Erfahrungen zeigen, dass nach 3-jähriger intensiver Bearbeitung dieses Tabu-Themas die Rate der weiblichen Genitalverstümmelung bei der Afar Bevölkerung von 95 % auf fünf Prozent gesenkt werden kann. SONNE-International hat derzeit im Projektgebiet 30 mobilen nomadisch lebende Sozialarbeiterinnen (FGM Expertinnen) im Einsatz, die in Zusammenarbeit mit den ansässigen religiösen Führern dieses Thema durch Aufklärung enttabuisieren und so die Bevölkerung zu einer Aufgabe dieser menschenverachtenden Tradition bewegen. Ab Mai 2007 sollen zusätzliche 30 Gesundheitsbeauftragte aufgenommen werden, die sich ebenfalls vor allem um frauenspezifische Themen kümmern werden. Insgesamt erreicht das Projekt direkt eine Bevölkerung von mehr als 70.000 Menschen. Die finanziellen Mittel für dieses Projekt werden von der Austrian Development Agency (ADA) und der Firma MEDIACOM bereitgestellt.
Mehr Informationen auf: www.sonne-international.org