Österreichische Projekte

22. Oktober 2013

ASBOE_Logo_mittelArbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Frauengesundheitsprojekt in Nordkenia

Im Norden Kenias (Chalbi District) lebt die ethnische Gruppe Gabra als (Halb)Nomaden und Viehzüchter. Die Region ist nicht nur sehr trocken, sie befindet sich auch in einem abgelegenen und schwer zugänglichen Gebiet. Es gibt kaum Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Frauen und Mädchen sind von Armut und deren Folgen am stärksten betroffen und haben geschlechtsbedingt einen geringeren sozialen Status. Sexualisierte Gewalt und Genitalverstümmelung (FGM) sind sehr verbreitet und bringen neben physischen und psychischen Qualen auch gesundheitliche Langzeitfolgen wie chronische Infektionen mit sich. Zudem trägt diese Praktik zu höheren Müttersterblichkeit, zur Verbreitung des HI-Virus und zu  vorzeitigem Schulabbruch bei.

Durch unser Projekt fördern wir das Bewusstsein für sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) sowie die Folgen und Risiken von Genitalverstümmelung und früher Heirat. Wir organisieren Veranstaltungen und Generationendialoge mit den Dorfbewohner/innen verschiedener Altersgruppen und Geschlechter und stellen die genannten Themen öffentlich zur Diskussion. Lehrer/innen und Direktor/innen werden als wichtige „Change agents“ fungieren und im Schulunterricht SRGR und FGM thematisieren. Die Gruppe der Beschneiderinnen wird eigens angesprochen und gemeinsam werden neue Arbeitsfelder ergründet.   Letztlich wird ein alternatives Initiationsritual für Mädchen eingeführt.

Das Projekt wird aus Mitteln der Stadt Wien gefördert. Weitere Informationen unter http://www.samariterbund.net/eza/projekte/

 

Waris Dirie Foundation

„Weibliche Genitalverstümmelung hat nichts mit Kultur, Tradition oder Religion zu tun. Sie ist Folter und ein Verbrechen, das bekämpft werden muss.“Waris Dirie, UN-Sonderbotschafterin

Mindestens 150 Millionen Frauen auf dieser Welt wurden Opfer von weiblicher Genitalverstümmlung (female genital mutilation, FGM). Noch immer werden jährlich mindestens drei Millionen Mädchen in Afrika, Asien, aber auch in Europa, den USA und Australien genital verstümmelt. Die Desert Flower Foundation hat das Ziel durch Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit, Informationsveranstaltungen und Schulungen sowie durch Direkthilfe diesem Verbrechen ein Ende zu setzen.
Mehr Informationen auf: www.desertflowerfoundation.org/de/

 

Sei so frei – die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreich

SEI SO FREI setzt sich seit vielen Jahren mit verschiedenen Projekten und in Lobbyarbeit dafür ein, dass diese Praxis FGM ein Ende hat. Eine der erfolgreichen Projektpartnerinnen von SEI SO FREI in diesem Bereich ist Dr.in Maria Schiestl. Die gebürtige Zillertalerin begann als Hauptschullehrerin mit 38 Jahren ein Medizinstudium und ging nach dem erfolgreichen Abschluss im Jahr 2005 nach Kenia, wo sie die Leitung einer gänzlich abgelegenen Krankenstation in Loita übernahm. Die „Daktari Maria“ genannte Zillertalerin leistet seitdem großartige ärztliche Hilfe für die lokale Massai-Bevölkerung und organisiert für sie die einzige Gesundheits- und Bildungseinrichtung im Umkreis vieler Kilometer. Sie bietet Empowerment-Workshops für Frauen. Themen der Workshops: Gesundheit, Frauenrechte und FGM. Dank ihres Engagements hat sich die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelung in der Region halbiert.

Weitere Informationen zum Engagement von SEI SO FREI gegen FGM finden Sie unter:  www.seisofrei.at/gegenFGM

 

ÖEZA – Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Äthiopien

Im Bereich der Gender-Arbeit richtet sich die Aufmerksamkeit der ÖEZA vor allem darauf, die Problematik der FGM in die laufende Projektarbeit zu integrieren bzw. Akzente zu setzen, die bereits bestehende Initiativen unterstützen. Dazu gehört die seit Jahren andauernde Unterstützung des Revisionsprozesses des äthiopischen Familienrechts, das zusammen mit der neuen Verfassung des Jahres 1995 die rechtliche Basis zur Bekämpfung schädlicher Praktiken darstellt. Die ÖEZA unterstützt im Rahmen des Gender-Programms auch NROs, die sich des Themas der Gewalt gegen Frauen besonders annehmen, wie der „Vereinigung äthiopischer Rechtsanwältinnen“ (Ethiopian Women Lawyers‘ Association, EWLA). Da der Schwerpunkt in der Gesundheitsarbeit in Äthiopien in der Region Somali liegt, bietet sich dieser Bereich besonders zu Verknüpfungen mit dem Thema FGM an. Im November 2001 wurde in der Regionalhauptstadt Jijiga ein einwöchiges Training zum Thema FGM für Projektmitarbeiter der ÖEZA durchgeführt, um sie durch Film- und Theaterbeiträge sowie Diskussionen für die medizinischen Folgen der Beschneidungen zu sensibilisieren. Es ist geplant, derartige Trainings auf jährlicher Basis auch für Absolventen der Krankenpflegerschule (Junio Nursing Colletge) von Jijiga anzubieten. Das erste derartige Training wurde im November 2002 durchgeführt.
Aus dem Länderbericht 2003 der ÖFSE (Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungszusammenarbeit) – der vollständige Bericht hier.

LOGO_Verein_Ekando_KUMEREKANDO KUMER – (heißt: Hoffnung auf eine bessere Zukunft) e. gemeinn. Verein für Schülerpatenschaften Sénégal / Sudan und „stoppt FGM“ im Sudan

Informationskampagne im Sudan:
“Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Aufklärung vor allem über die gesundheitlichen Folgen von fgm, damit Familien ihre Mädchen nicht mehr genital verstümmeln lassen. Vorort arbeitet Ekando Kumer mit einem multiprofessionellen sudanesischen Team bestehend aus 4 Frauen und 4 Männern aus den Berufsfeldern Medizin und Schule zusammen.
Mit den Eltern wird vereinbart, ihre Mädchen nicht genital verstümmeln zu lassen. Für jedes Mädchen, das dadurch in das Programm aufgenommen wird, ermöglicht Ekando Kumer durch eine Patenschaft die Schul- und Berufsausbildung. Damit sichern PatInnen ihrem Mädchen eine eigenständige Existenz ohne Zwangsheirat und Genitalverstümmelung.

Aufklärung und Bildung sind zwei wichtige Säulen für die Abschaffung von fgm – eine dritte Säule ist das gesetzliche Verbot mit Ahndung bei Nichteinhaltung.  Deshalb hat der Verein im Flüchtlingsdorf Altakamul, eine Stunde südöstlich von Khartum, ein Bildungs- und Gesundheitszentrum errichtet. Neben anderen Programmen können Frauen hier auch erwerbsfähige Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen. Nun gilt es, Geld zu sammeln für die Ausstattung der Arztpraxis und die Aufstockung des Baus für eine Entbindungsstation, denn die zu 90% genitalverstümmelten und infibulierten Frauen benötigen bei jeder Geburt einen chirurgischen Eingriff; Hausgeburten sind deshalb sehr riskant für Mutter und Baby.
Derzeit erhalten 200 Mädchen aus den ehemaligen Flüchtlingscamps Albaraka und Altakamul Schulbildung durch Patenschaften. Weitere 200 Mädchen warten dringend auf Patenschaften. Anmeldungen dazu an g.hagen@aon.at und weitere Informationen unter: www.ekando-kumer.at.

 

FGM-Hilfe – Verein zur Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung

Bei der Gründung des Vereins wurden die folgenden Ziele formuliert:

  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Finanzielle Unterstützung des Hilfsprojektes ABF (Al Barako Foundation) in Burao, Somaliland; finanzielle Unterstützung von Projekten gegen FGM in Kenia und Tansania
  • Vorträge und Gespräche in Schulen
  • Partnerschaft mit zahlreichen Organisationen aus EU-Ländern in der Kampagne (z.B. END FGM – EUROPEAN CAMPAIGN seit 2009 (siehe www.endfgm.eu)

 

Meilensteine der Vereinsgeschichte
2005  Verleihung des Österreichischen Spendengütesiegels
2009  Beginn der Partnerschaft mit END FGM – European Campaign
2010  Festlicher Start der Europakampagne END FGM im Palais Epstein in Wien
2011  Erteilung eines Spendenbegünstigungsbescheides
2011  Verleihung des Kärntner Menschenrechtspreises
2013   Erstellung der Broschüre Weibliche Genitalverstümmelung – Information für Ärztinnen, Ärzte und Hebammen in Österreich (PDF auf www.fgm-hilfe.at). Versand an alle FrauenärztInnen, KinderärztInnen und Hebammen in Österreich.

Mehr Informationen auf: www.fgm-hilfe.at

 

LEEZA – Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit

LeEZA (Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit) ist eine NGO, die konkrete Projekte unterstützt und durch diese Projekte und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen und demokratischen Exilant_innen aus dem Nahen Osten einen Beitrag zur Demokratisierung, zur Einhaltung von Menschenrechten und der Gleichheit der Geschlechter im Nahen Osten leistet. Wir unterstützen v. a. Projekte mit und für Frauen im Irak und in der Türkei, sind aber auch in Europa für die Rechte von Asylwerber_innen und in der Informationsarbeit über den Irak, Iran, Türkei, Syrien, den Sudan und andere Staaten der Region aktiv. Unsere Projekte werden in enger Kooperation mit lokalen Partnern konzipiert und von lokalen Projektpartnern implementiert. Aktuell unterstützt LEEZA den unabhängigen Frauenverein „Kolishina“ in Amûdê  in syrisch-Kurdistan.  Der Frauenverein hat sich 2012 im Zuge der Proteste gegen das syrische Regime und der Befreiung der kurdischen Gebiete Syriens in der Kleinstadt Amûdê zusammengefunden. Mehr Informationen auf: www.leeza.at

SONNE-International

Genitalverstümmelung darf kein Tabuthema sein! SONNE-International kämpft in Äthiopien schon seit 2005 erfolgreich dagegen an. Zu einer lebenswerten Zukunftsperspektive der Frau gehört auch ihr gesunder Körper. Die Realität sieht anders aus: Noch immer wird die Genitalverstümmelung seit alters her in vorrangig islamisch geprägten, meist afrikanischen Kulturen praktiziert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit 130 bis 150 Millionen Mädchen und Frauen betroffen.
 Gegen diese gesundheitsgefährdende und andere menschenverachtende Tradition kämpft SONNE-International erfolgreich bei den Afar-Wüstennomaden, in NO-Äthiopien an. Erfahrungen zeigen, dass sich in den letzten 8 Projektjahren viel in der Region verändert hat. Nach intensiver Bearbeitung dieses Tabu-Themas konnte die Rate der Infibulation, der schwersten Form der weiblichen Genitalverstümmelung, bei der Afar Bevölkerung von 95 % auf 5% gesenkt werden. Als Zwischenschritt wurde von der Bevölkerung die Sunna (die kleine Genitalverstümmlung) aufgegriffen,  bei der es zur Entfernung der Klitoris kommt. Der Kampf gegen FGM wird weitergehen und es wird wohl noch lange dauern, bis auch auf die Sunna verzichtet wird.

Das Projekt läuft seit 2005. Seither sind 30 nomadisch lebende mobile Sozialarbeiterinnen (FGM Expertinnen) im Dauereinsatz. Zusätzlich wurde das Projekt 2007 um weitere 30 Gesundheitsbeauftragte ausgeweitet, die sich vorrangig um Mutterschutz und sichere Geburtshilfe kümmern, wobei ein wichtiger Schritt die Fortbildung von TBAs (Traditional Birth Attendance) darstellt.  Durch die enge Zusammenarbeit mit den ansässigen religiösen Führern wurde das Thema enttabuisieren.

Insgesamt erreicht das Projekt direkt eine Bevölkerung von mehr als 100.000 Menschen. Die finanziellen Mittel für dieses Projekt werden zu 50% von der Austrian Development Agency (ADA) bereitgestellt. Mehr Information zu diesem Thema und Filmproduktionen dazu finden Sie auf unserer Website: www.sonne-international.org